Zwangsversteigerungen

Wenn Personen bei einer Bank einen Kredit zur Finanzierung einer Immobilie aufnehmen, gehen Sie in der Regel nicht nur die Pflicht zur Rückzahlung entsprechend den Vereinbarungen ein. Mit der Unterschrift unter den Vertrag unterwirft sich der Kreditnehmer auch der sofortigen Zwangsvollstreckung, wenn er seinen Zahlungsverpflichtungen aus irgendeinem Grund nicht nachkommt. Das von der Bank vergebene Baudarlehen wird in der Regel mit einer Grundschuld auf das Grundstück und Objekt gesichert. Gläubiger können das daraus folgende Pfandrecht zu gegebener Zeit ausüben und beim zuständigen Amtsgericht eine Zwangsversteigerung erwirken.

Wenn der Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten steckt und nach mehrmaliger Mahnung in Verzug gerät, wird der Kredit von der Bank mit sofortiger Wirkung gekündigt. Frühestens nachdem der Kreditnehmer drei aufeinander folgende Raten schuldet, ist eine Zwangsversteigerung überhaupt möglich. Der Kreditnehmer hat ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit einer Zwangsversteigerung noch zu entgehen, indem er eine Umschuldung vornimmt oder sich mit seinem alten Kreditgeber anderweitig einigt.

Wird eine Zwangsversteigerung ins Grundbuch eingetragen, ist sie für eventuelle Käufer sichtbar

Wird eine Zwangsversteigerung ins Grundbuch eingetragen, ist sie für eventuelle Käufer sichtbar

Bleiben alle Bemühungen des Schuldners erfolglos, beantragt die Bank als Gläubiger die Zwangsversteigerung. Dieser Antrag auf Zwangsversteigerung wird ins Grundbuch (Abteilung II) eingetragen. Die Zwangsver-steigerung ist damit ab sofort für eventuelle Käufer sichtbar. Wenn der Schuldner dem Amtsgericht nachweist, innerhalb der nächsten sechs Monate die Schuld zu begleichen, kommt es nicht zur angekündigten Zwangsversteigerung. Der Termin einer Zwangsversteigerung wird vom Amtsgericht beispielsweise im Gericht selbst und im Amtsblatt nach Feststellung des Verkehrswertes veröffentlicht. Zum Versteigerungstermin darf jede volljährige und geschäftsfähige Person mitbieten. Das gilt auch für den oder die Schuldner. An der Versteigerung teilnehmende Personen dürfen auch für eine andere Person Gebote abgeben. Das Gericht wird in diesem Fall eine notariell beglaubigte Bietvollmacht verlangen. Die Vollmacht akzeptiert das Gericht als Einverständnis und Willenserklärung der vertretenen Person. Eine Zwangsversteigerung dauert ungefähr eine Stunde. Zu Beginn der Auktion informiert ein Rechtspfleger im sogenannten Bekanntmachungsteil über alle relevanten Formalitäten. Danach folgt eine mindestens 30 minütige Bietzeit. Erst wenn das Gericht das Ende der Bietzeit verkündet, endet die Versteigerung. Die Teilnehmer werden vorher mehrmals aufgerufen, ihre Gebote abzugeben.

Bei einer Zwangsversteigerung wird nicht versucht, eine Versteigerungssache unbedingt loszuschlagen. Für jeden der Versteigerungstermine wird ein unterschiedlich hohes Mindestgebot festgesetzt. Bei einem ersten Termin müssen 70 Prozent des Verkehrswertes geboten werden. Der zweite Termin folgt mit 50 Prozent. Erst der dritte Versteigerungstermin lässt Gebote unter 50 Prozent des Verkehrswertes zu. Wer ein Gebot abgibt, kann davon nicht mehr zurücktreten. Erst ein höheres Gebot eines anderen Bieters erlöst von dieser Pflicht.

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